Babytragearten
Tragehilfen unterscheiden sich hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer Anpassungsmöglichkeiten sowie ihrer ergonomischen Eigenschaften. Die Auswahl eines geeigneten Modells sollte sich am Alter und Entwicklungsstand des Kindes sowie am Tragekomfort für die tragende Person orientieren.
Ring Sling
Der Ring Sling besteht aus einem etwa zwei Meter langen Tragetuch, dessen eines Ende dauerhaft mit zwei Ringen verbunden ist. Das freie Tuchende wird durch die Ringe geführt und individuell festgezogen. Das Eigengewicht des Kindes sorgt anschließend für einen sicheren Halt.
Das Tragen ist vor dem Bauch, auf der Hüfte sowie – bei ausreichender Rumpfstabilität – auf dem Rücken möglich. Da das Gewicht überwiegend auf einer Schulter liegt, eignet sich diese Tragehilfe besonders für kurze Tragezeiten und alltägliche Wege.
Ring Slings werden häufig bei Neugeborenen, leichten Babys sowie Laufkindern eingesetzt, die nur zeitweise getragen werden möchten. Durch den Tragetuchstoff wird eine ergonomische Anhock-Spreiz-Haltung unterstützt. Auch bei Frühgeborenen oder Kindern mit verzögerter Hüftentwicklung kann diese Tragehilfe geeignet sein.
Empfehlenswert sind Modelle aus Tragetuchstoff mit großen Ringen und geraffter Verarbeitung. Das Kind sollte ausschließlich in aufrechter Position getragen werden.
Wrap Conversion
Eine Wrap Conversion verbindet die Eigenschaften eines Tragetuchs mit denen einer klassischen Tragehilfe. Sie verfügt über ein rechteckiges Rückenteil, einen Hüftgurt sowie lange Schulterträger zum Binden.
Da alle Bestandteile aus Tragetuchstoff gefertigt sind, passt sich die Tragehilfe flexibel an den Körper des Kindes an. Die meist nur leicht gepolsterten Schulterträger können strähnchenweise festgezogen werden und sorgen für eine gleichmäßige Unterstützung des Rückens.
Viele Modelle ermöglichen zusätzlich eine gekippte Trageweise vor dem Bauch, wodurch insbesondere der Nackenbereich kleiner Babys besser stabilisiert werden kann.
Mei Tai
Der Mei Tai ist eine Tragehilfe mit Hüftgurt und bindbaren Schulterträgern. Je nach Hersteller unterscheiden sich Material, Schnitt, Polsterung und Trägerführung. Diese Merkmale beeinflussen sowohl die Passform als auch die ergonomische Haltung des Kindes.
Durch die bindbaren Schulterträger lässt sich die Tragehilfe individuell an unterschiedliche Körperformen anpassen und unterstützt eine gleichmäßige Gewichtsverteilung.
Halfbuckle
Halfbuckle-Tragehilfen kombinieren einen mit Schnalle oder Klettverschluss verschließbaren Hüftgurt mit bindbaren Schulterträgern. Dadurch wird das Anlegen vereinfacht, während die individuelle Anpassbarkeit erhalten bleibt.
Diese Bauweise unterstützt eine ergonomische Sitzhaltung und ermöglicht eine natürliche Rundung des kindlichen Rückens.
Fullbuckle
Bei Fullbuckle-Tragehilfen werden sowohl Hüftgurt als auch Schulterträger mit Schnallen geschlossen. Diese Modelle lassen sich schnell anlegen und eignen sich insbesondere für größere oder schwerere Kinder.
Häufig sind die Schulterträger seitlich am Rückenteil befestigt. Dadurch wird der Rücken des Kindes stärker aufgerichtet, wodurch die Beinspreizung zunehmen kann. Deshalb werden diese Tragehilfen überwiegend für Kinder empfohlen, die selbstständig sitzen können.
Einige Modelle ermöglichen alternativ die Befestigung der Schulterträger am Hüftgurt. Diese Konstruktion reduziert den Zug auf das Rückenteil und unterstützt eine natürlichere Rückenhaltung.
Empfehlenswert sind verstellbare Fullbuckle-Tragehilfen mit einem Rückenteil aus Tragetuchstoff, da sie eine bessere Anpassung an verschiedene Entwicklungsphasen ermöglichen.
Onbuhimo
Der Onbuhimo ist eine Tragehilfe ohne Hüftgurt. Das Gewicht wird ausschließlich über die Schulterträger verteilt. Dadurch eignet sich dieses Modell insbesondere während einer Schwangerschaft oder für kurze Trageeinheiten.
Da der Rücken des Kindes konstruktionsbedingt weniger flexibel gestützt wird, empfiehlt sich die Nutzung erst, wenn das Kind selbstständig sitzen kann.
Podaegi
Der Podaegi besteht aus einem rechteckigen Rückenteil mit angenähten Schulterträgern und kommt ohne Hüftgurt aus. Das Anlegen ähnelt einem Mei Tai, wobei die Träger über den Beinen des Kindes geführt werden.
Voraussetzung für eine ergonomische Nutzung ist eine korrekte Bindetechnik und eine individuelle Anpassung an Kind und tragende Person.
Auswahl einer geeigneten Tragehilfe
Welche Tragehilfe geeignet ist, hängt unter anderem vom Alter und Entwicklungsstand des Kindes, der Körperform der tragenden Person sowie dem geplanten Einsatzbereich ab.
Da sich Schnitt, Polsterung, Trägerführung und Einstellmöglichkeiten je nach Hersteller unterscheiden, empfiehlt es sich, verschiedene Modelle vor dem Kauf unter Alltagsbedingungen zu testen. So lässt sich beurteilen, ob sowohl die ergonomische Haltung des Kindes als auch der Tragekomfort für die tragende Person gewährleistet sind.
Tragehilfen mit bindbaren Schulterträgern und einem Rückenteil aus Tragetuchstoff bieten häufig besonders gute Möglichkeiten zur individuellen Anpassung.
das Original seit 2004 